Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Roland-Klinik

05.05.2020

Was macht eigentlich… ein Krankenhaushygieniker*?

Dr Johannes Albers Mg 1952 Aktuelles
Krankenhaushygieniker Dr. Johannes Albers, Oberarzt im Zentrum für Hand- und Rekonstruktive Chirurgie der Roland-Klinik

5 Fragen an Dr. Johannes Albers, Krankenhaushygieniker in der Roland-Klinik

* (in Zeiten von Corona)

Was sind normalerweise Ihre Hauptaufgaben als Krankenhaushygieniker?

Als Krankenhaushygieniker muss ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern, dass es im Krankenhaus zu Infektionen kommt – sei es nach Operationen, durch Katheter, Zugänge oder im Rahmen von Untersuchungen. Auch eine Übertragung von Infektionen zwischen Patienten/-innen oder durch die Mitarbeitenden darf nicht stattfinden.
Die hierzu getroffenen Maßnahmen, Arbeitsabläufe und Hygienepläne müssen laufend überprüft, angepasst oder auch erneuert und ergänzt werden.

Wie verläuft die Ausbildung zum Krankenhaushygieniker?

Krankenhaushygieniker/-innen, die eine sogenannte „curriculäre“ Ausbildung durchlaufen, absolvieren diese über zwei Jahre berufsbegleitend in Form von Kursen und Praktika. Zusätzlich müssen schriftliche Fallstudien erstellt werden. Voraussetzung für diese Ausbildung ist die abgeschlossene Facharztausbildung und die Tätigkeit in einem klinischen Fach.

Was hat sich durch die Corona-Pandemie an Ihrem beruflichen Alltag geändert?

Wir haben uns auf mehreren Ebenen auf die neue Situation vorbereiten können: Der gesamte planbare Operationsbetrieb wurde eingestellt. So konnten wir Personal freistellen, um bei unserem Kooperationspartner, dem Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) zusätzliche intensivmedizinische Kapazitäten schaffen zu können.
Im eigenen Haus haben wir die Abläufe so organisiert, dass eine Übertragung des Erregers weitestgehend verhindert wird. Alle Patienten/-innen sind in Einzelzimmern untergebracht und bekommen, genau wie die Ärzteschaft und die Pflegekräfte, einen Mundschutz. Die Basishygiene, also vor allem die Händehygiene, wurde nochmals verstärkt. Sämtliche Berührungsflächen, wie etwa Klinken und Handläufe, werden laufend wischdesinfiziert. Leider müssen wir auch alle Besuche untersagen, um auch hier die nicht unbedingt nötigen Kontakte zu vermeiden.
Gleichzeitig gehen wir so sparsam wie möglich mit unseren Desinfektionsmitteln, Masken und Kitteln um, die zurzeit nur eingeschränkt lieferbar sind.
Zusätzlich rüsten wir unsere Überwachungsstation, die sogenannte Intermediate-Care-Station (IMC), so um, dass wir zukünftig – die Lieferung von Beatmungsgeräten vorausgesetzt – in der Lage sein werden, auch Beatmungen von schwerkranken Covid-19-Patienten/-innen durchzuführen.

Was sind momentan die größten Herausforderungen an Ihrer Tätigkeit?

Die ständig wechselnde Situation erfordert eine tägliche Anpassung der getroffenen Maßnahmen und Absprachen. Unsere Mitarbeiter/-innen und Patienten/-innen müssen laufend informiert bleiben. Dabei ist nicht nur die Übermittlung der Sachlage wichtig, sondern vor allem auch die motivierende Botschaft: So ernst die Situation auch ist, die Lage ist durch die gute Mitarbeit aller Beteiligten auf allen Ebenen beherrschbar.
Noch dazu müssen wir bei einem zu normalen Zeiten nicht vorstellbaren Mangel an gängigsten Verbrauchsmaterialien für einen größtmöglichen Schutz der Patienten/-innen und Mitarbeiter/-innen sorgen.

Womit verbringen Sie in diesen Tagen die meiste Zeit?

Reden, schreiben und erklären. Viel Zeit benötigt die Umsetzung beschlossener Maßnahmen in die Schriftform. Diese muss ich im Anschluss den Kolleg/-innen vermitteln und die immer neuen Änderungen und Varianten wiederum erklären. Unersetzlich durch alle Medien bleibt hierbei der tägliche persönliche Kontakt auf den Stationen – trotz aller Kontaktbeschränkungen.
Auch für die Beschaffung – gemeinsam mit der Einkaufsabteilung –, die Verwaltung und die Verteilung von Material benötige ich momentan besonders viel Zeit und Umsicht.

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