Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

St. Joseph-Stift

09.09.2026

„Woche der Wiederbelebung“: Reanimationtraining in Schulen

Fkb Kliniken Sjs01

Vom 21. bis 27. September findet bundesweit die „Woche der Wiederbelebung“ statt. Damit wollen der „Berufsverband Deutscher Anästhesisten“ (BDA) und die „Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI) die Herzdruckmassage bei Herz-Kreislauf-Stillständen in Deutschland weiter verbreiten. Das St. Joseph-Stift beteiligt sich bereits seit 2020 jährlich an der bundesweiten Aktion. Ein Team aus Notfallsanitäter:innen, Notärzt:innen und Anästhesist:innen besucht auch in diesem Jahr drei Schulen in Bremen und bietet dort für die sechsten bis neunten Jahrgänge ein Reanimations-Training an.

„Mit der Aktion wollen wir Hemmschwellen abbauen und den Kindern und Jugendlichen auf spielerische Weise die lebensrettende Herzdruckmassage beibringen“, erklärt Johanna Rühlmann, Notärztin und Oberärztin in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des St. Joseph-Stift.

Überlebenschance hängt an wenigen Minuten

Ein Notfall kann sich überall ereignen: In der Schule wie auch im Büro, beim Sport oder daheim. Und dann zählt jede Sekunde, denn das menschliche Gehirn kann bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand höchstens drei bis fünf Minuten überleben. Bereits nach drei Minuten ohne Sauerstoff kann es zu bleibenden Schäden am Gehirn kommen. Doch nur bei rund 43 Prozent der Herzstillstände in Deutschland führen Ersthelfer die lebensrettenden Handgriffe aus. Zum Vergleich: In den Niederlanden liegt die Quote bei über 60 Prozent, während sie in skandinavischen Ländern teilweise sogar zwischen 70 und 80 Prozent beträgt.

„Das wollen wir ändern und den Kindern und Jugendlichen die Angst nehmen, etwas falsch zu machen“, sagt Notfalltrainerin Sabrina Erbut. „Denn falsch ist nur, im Ernstfall nichts zu unternehmen.“

Daher üben bei der Aktion über 200 Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Expert:innen aus dem St. Joseph-Stift die Laienreanimation an Reanimationspuppen. Auch der richtige Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED), den man in vielen Gebäuden, auch in Schulen und öffentlichen Plätzen findet, wird trainiert.

Insgesamt gewinnt das Thema Laienreanimation auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. In Nordrhein-Westfalen ist seit dem Schuljahr 2026/27 die Laienreanimation als verpflichtender Bestandteil des Unterrichts für alle Schüler:innen der Sekundarstufe I eingeführt. Auch in Bremen wird durch die Initiative „Bremen rettet“ Reanimationsunterricht schrittweise an den Schulen etabliert. Die Schwachhauser Klinik ist Kooperationspartner der Initiative und unterstützt etwa bei der Ausbildung der Reanimationstrainer:innen an den Schulen – mit Abschluss des Schuljahres 2026/2027 sollen an jeder Schule mindestens zwei ausgebildete Reanimationstrainer:innen tätig sein.

„Prüfen, rufen, drücken!“

Diese drei Worte retten Leben: Prüfen, ob eine Person bewusstlos ist. Wenn ja, über die Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Und dann: Sich neben die Person knien, die Finger verschränken und mit den Handballen den Brustkorb der Person 100-mal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter Richtung Boden drücken.

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