Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Rotes Kreuz Krankenhaus

17.09.2026

Schockraumtraining im RKK

Schockraumtraining Rkk

Ärzt:innen, Pflegende und Rettungsdienst üben gemeinsam für den Fall der Fälle

Der Rettungswagen bringt nacheinander mehrere Schwerverletzte. Ein 80-jähriger Mann ist eine Treppe heruntergestürzt, eine jüngere Frau kommt mit Messerstichen im Oberkörper, ein Kind ist vom Balkon aus dem 3. Stock gefallen, ein Mann erleidet Schussverletzungen in Hals und Oberkörper, ein 30-Jähriger hat mit überhöhter Geschwindigkeit einen Motorradunfall, eine junge Frau fällt bei einem Springreitturnier vom Pferd auf ein Hindernis, ein Bauarbeiter ist vom Gerüst gestürzt.

Die Szenarien sind Teil einer großen Simulationsübung im Rotes Kreuz Krankenhaus am Samstag, 19. September. Beim “Schockraumtraining”, einer Übung zur Erstversorgung Schwerverletzter, proben rund 40 Mitarbeitende aus Anästhesie, Chirurgie, Pflegepersonal der Funktionsbereiche sowie dem Rettungsdienst den Ernstfall. Teil zwei des siebenstündigen Workshops sind die Schockraumszenarien mit lebensecht geschminkten, schauspielerisch versierten und vorab gebrieften „Patient:innen“. In Gruppen versorgen die Teilnehmenden die Unfallopfer. Bevor die Übungen im Schockraum starten, geht es für die Teams noch ins Tagungszentrum der Klinik zum ersten Teil des Workshops: Geübt wird dort vorab alles rund um Atmung und Atemwege, Kreislauf und Schock, Zugänge, Drainagen, der Umgang mit Extremitätenschienen und vieles mehr.

„Wir haben den Termin des regelmäßig im RKK stattfindenden Trainings auch vor dem Hintergrund der Feierlichkeiten rund um den Tag der Deutschen Einheit in Bremen Ende September angesetzt, so Dr. Bernward Steinhorst, unfallchirurgischer Oberarzt und Mit- Initiator der Fortbildung. Eine Woche zuvor wurde bereits probehalber die telefonische Alarmierungskette ausgelöst und so überprüft, ob die Alarmierung der Mitarbeitenden im Ernstfall klappt. „Die Behörden sehen keine besondere Gefahrenlage, es gibt keine Anweisungen, seitens der Krankenhäuser besondere Vorkehrungen für das Wochenende 3.10.26 zu treffen. Wir haben trotzdem alle unsere Mitarbeitenden informiert, trainiert, die Telefonketten gecheckt und die Lagerbestände aufgefüllt“, so Steinhorst.

„Diese intensive Art der Fortbildung im Team ist unheimlich effektiv aber in der Organisation sehr aufwendig“, sagt Steinhorst. Trainiert werden nicht nur die Abläufe und das medizinisch-pflegerische Know-How sondern auch die kommunikativen Skills und das Teamwork in solchen Ausnahmesituationen. Dr. Dirk Hadler, unfallchirurgischer Chefarzt im RKK: „Der Adrenalinspiegel steigt ganz schön, wenn es im Schockraum richtig rundgeht.“ Wichtig ist dem Organisationsteam später eine hilfreiche Manöverkritik auf Augenhöhe und zum Schluss der Veranstaltung das gemeinsame Mittagessen. „So eine Übung kann man nicht im laufenden Betrieb machen und die Kolleg:innen kommen - auch wenn die Fortbildung als Arbeitszeit gilt - am Samstagvormittag, das ist schon toll“, findet Dr. Hadler.

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