DIAKO
06.03.2026
Präzision im engen Beckenraum

Robotik als neuer Standard bei tiefen Rektumeingriffen im DIAKO Krankenhaus Bremen
Das DIAKO Krankenhaus Bremen setzt bei tiefen Rektumeingriffen zunehmend auf robotische Unterstützung in der minimal invasiven Chirurgie. Gerade im sensiblen Bereich des Rektums bietet der OP-Roboter entscheidende Vorteile. Hier befinden sich zahlreiche empfindliche Nervenstrukturen auf engstem Raum, die geschont werden müssen. Gleichzeitig ist das Operationsfeld im kleinen Becken stark begrenzt – insbesondere beim männlichen Becken, das anatomisch sehr eng ist.
Ähnliche Herausforderungen zeigen sich bei Prostataeingriffen, die im DIAKO Krankenhaus Bremen ebenfalls mit dem OP-Roboter durchgeführt werden. Die technische Präzision und Beweglichkeit des Systems ermöglichen ein besonders kontrolliertes Vorgehen in schwer zugänglichen Bereichen.
Weniger Konversionen und bessere onkologische Ergebnisse
Bei tiefen Rektumeingriffen ist die sogenannte Konversionsrate traditionell hoch. Das bedeutet, dass eine zunächst minimalinvasiv geplante laparoskopische Operation aufgrund von Komplikationen in einen offenen Eingriff mit größerem Bauchschnitt umgewandelt werden muss. Studien zeigen, dass diese Rate beim Einsatz eines Roboters deutlich niedriger ist.
Ein weiterer Vorteil: Insbesondere bei der totalen mesorektalen Exzision, kurz TME, weisen robotisch unterstützte Verfahren geringere Rezidivraten auf. Auch internationale Untersuchungen, unter anderem aus China, belegen verbesserte onkologische Ergebnisse beim Einsatz robotischer Systeme.
„Robotik ist als Technik eine logische Weiterentwicklung der laparoskopischen Technik, die im DIAKO Krankenhaus Bremen schon lange eingesetzt wird“, sagt Professor Emile Rijcken, Chefarzt der Chirurgischen Klinik. „Erste Langzeitstudien zeigen nicht nur weniger Konversionen, sondern gleichzeitig auch onkologische Vorteile beim Rektumeingriff.“
Höhere Wahrscheinlichkeit für Schließmuskelerhalt
Ein weiterer Vorteil der Robotik liegt in der erhöhten Wahrscheinlichkeit, den Schließmuskel zu erhalten. Auch wenn hierzu noch keine umfassenden Studien vorliegen, spricht die operative Erfahrung für sich.
„Es ist offensichtlich, dass wir mit dem Roboter im tiefen Becken noch präziser arbeiten können“, erklärt Professor Rijcken. „Dadurch können die erforderlichen Sicherheitsabstände zum Schließmuskel besser eingehalten werden.“
Tiefe Rektumeingriffe werden vor allem bei Darmkrebs durchgeführt. Darüber hinaus profitieren auch Patientinnen und Patienten mit gutartigen Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Endometriose von der hohen Präzision der robotischen Technik.
Mehr Beweglichkeit und schonendes Operieren
Vor jeder Operation wird in der Sprechstunde ein individueller Therapieplan für jede Patientin und jeden Patienten erstellt. Wann immer möglich, werden Rektumoperationen im DIAKO Krankenhaus Bremen robotisch durchgeführt, da die Vorteile aus medizinischer Sicht überwiegen.
Der Roboterarm ist deutlich flexibler als herkömmliche laparoskopische Instrumente. Dank des sogenannten EndoWrist-Systems kann sich das Instrument ähnlich wie ein menschliches Handgelenk drehen. Das ermöglicht eine ergonomische und äußerst präzise Bewegung im engen Operationsgebiet.
„Wir operieren insgesamt sehr schonend“, betont Professor Rijcken. „Der Blutverlust ist minimal, Blutkonserven werden in der Regel nicht benötigt. Gleichzeitig können wir das empfindliche Nervengewebe besser sehen, sodass Beeinträchtigungen weniger wahrscheinlich werden. Die Möglichkeiten sind hier deutlich größer als bei bisherigen Methoden.“
Blick in die Zukunft
Die robotische Chirurgie entwickelt sich dynamisch weiter. Für tiefe Rektumeingriffe zeichnet sich bereits jetzt ein klarer Trend ab. „Robotik wird in Deutschland zum Standardverfahren für Rektumeingriffe werden“, so Professor Rijcken. „Deshalb bieten wir dieses Verfahren im Darmkrebszentrum Bremen West schon heute als Standard für unsere Patientinnen und Patienten an.“