RKK / RK
30.01.2026
Stiftung Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen wird Träger der Roland Klinik

Die beiden freigemeinnützigen Kliniken Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) und Roland Klinik bündeln ihre Kräfte. Nach umfangreicher rechtlicher und kaufmännischer Prüfung wurde die enge Zusammenführung der Strukturen am 28. Januar 2026 beschlossen. Die Stiftung Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen als neuer Träger der Roland Klinik gGmbH gibt damit grünes Licht für die zukunftsfähige Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung auf der linken Weserseite. Neue Geschäftsführer der Roland Klinik gGmbH sind Dr. Walter Klingelhöfer und Dr. Martin Langenbeck, ebenfalls weiterhin Geschäftsführer des RKK.
Hintergrund ist einerseits das geplante altersbedingte Ausscheiden der beiden Geschäftsführer der orthopädischen Fachklinik am Werdersee, Petra Wehrmann und Dr. Hans-Joachim Bauer, deren Väter die 1948 gegründete Klinik bereits ab 1956 gemeinsam leiteten. Weiterer Grund für die Assoziierung ist, dass die Krankenhausreform in Deutschland die Kliniken vor notwendige Veränderungen stellt und Vorgaben macht, die den Betrieb der beiden einzelnen Standorte Roland Klinik und RKK in ihrer jetzigen Größe auf Dauer nicht zukunftsfähig möglich machen. „Die Veränderungen, die auf die Kliniken zukommen, sind tiefgreifend. Sie müssen auf mehrjährige Sicht geplant werden. Unsere Häuser werden zusammenrücken, sie müssen strukturiert und zukunftsfähig weiter ausgerichtet werden“, erklärt Dr. Walter Klingelhöfer, Geschäftsführer des RKK. Der Betrieb wird in beiden Häusern wie gehabt weitergeführt und im Zuge der zukünftigen Leistungsgruppen-Zuordnung im Rahmen der Krankenhausreform und der Landeskrankenhausplanung nun weiterentwickelt.
„Die Roland Klinik ist unser Baby. Wir möchten, dass die Klinik weiterhin leistungsstark und konkurrenzfähig weiterentwickelt wird, wenn wir uns aus Altersgründen im Laufe dieses Jahres zurückziehen. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem RKK geprüft, in welcher Form wir die Weichen für zukunftsfähige Strukturen in der medizinischen Versorgung in Bremen stellen können“, so Dr. Bauer.
RKK und Roland Klinik sind als „Freie Kliniken“ bereits Kooperationspartner und haben bereits während der Corona-Zeit - auch dank ihrer engen Nachbarschaft - erfolgreich zusammengearbeitet. „Wir haben eine sehr gute und vertrauensvolle Basis mit dem RKK und dessen Geschäftsführung. Es ist uns sehr wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Roland Klinik wie bisher einen sicheren Arbeitsplatz haben. Wir werden alles dafür tun, dass die Leistungen und Versorgungsangebote der Roland Klinik ungeschmälert in dem Zusammenschluss aufgehen und auch weiterhin die qualitativ hochwertige Versorgung unserer Patientinnen und Patienten gewährleistet ist“, betont Petra Wehrmann. Die Patientenversorgung in der Roland Klinik läuft wie gewohnt ohne Einschränkungen weiter. Mitarbeitende der Roland Klinik und des RKK sind - und werden weiter - fortlaufend informiert.
Die Bündelung von Kompetenzen schafft neue Spielräume - gerade auch im Kontext der Vorgaben der bundesweiten Krankenhausreform. „Das Leistungsspektrum der Roland Klinik, beispielsweise mit dem Zentrum für Handchirurgie und Rekonstruktive Chirurgie und dem Wirbelsäulenzentrum, ergänzt unser orthopädisches und unfallchirurgisches Versorgungsangebot am RKK. Umgekehrt wird unsere Intensivstation wichtig für die Patientenversorgung der Roland-Klinik. Mit dem Zusammenschluss können wir Kompetenzen bündeln, Doppelstrukturen überdenken und besser verzahnen. Wir werden unsere Fachabteilungen optimal und zukunftsfähig ausrichten können und damit unseren Patientinnen und Patienten eine noch bessere Versorgung anbieten“, fasst Dr. Martin Langenbeck, Ärztlicher Geschäftsführer des RKK, die Überlegungen aus der Sicht des Mediziners zusammen.
Weitere Vorteile sind die Möglichkeiten der Bündelung administrativer Ressourcen sowie bessere Konditionen bei Einkauf, Energieverträgen, Vorratslagerung, Medizintechnik etc. Kündigungen sind nicht geplant. Im Gegenteil: „Wir sind überzeugt, dass ein Zusammenschluss für alle Beteiligten ein Gewinn ist. Es entstehen neue Karriereperspektiven, Entwicklungsmöglichkeiten und Mitgestaltungsprozesse. Die Kolleg:innen können sich austauschen, voneinander lernen und ihr Fachwissen erweitern. Im Wettbewerb um Fachkräfte und Ressourcen verbessert sich auch die Position auf dem Arbeitsmarkt. Das Weiterbildungsangebot wird sowohl für den ärztlichen Nachwuchs als auch für angehende Pflegefachkräfte attraktiver; die Ausbildung erleichtert. „Gemeinsam können wir Innovationen vorantreiben und neue Angebote entwickeln“ , ist Dr. Walter Klingelhöfer überzeugt. „Wir werden das Beste aus beiden Klinikwelten zusammenführen, zusammenwachsen und weiterentwickeln.“
„Wir sehen gemeinsam große Vorteile für Patient:innen, Mitarbeitende und die Region. Wir werden die Patientenversorgung auf der linken Weserseite erhalten und weiter stärken. Dies wird nach der Schließung des Klinikums Links der Weser immer wichtiger. Das Ziel ist nun definiert, die Route werden wir in den nächsten Monaten gemeinsam erarbeiten“, erklärt Dr. Hans-Joachim Bauer.