Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Pflege-Auszubildende berichten

»Ein Praktikum im Vorfeld ist absolut empfehlenswert«

Emanuele Filiberto Colombero, Auszubildender im St. Joseph-Stift

Emanuele Filiberto Colombero macht seit dem 1.10.2020 eine dreijährige generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann.
Colombero
Colombero Quer

Gesundheit Bremen: Herr Colombero, warum haben Sie sich für die Ausbildung zum Pflegefachmann entschieden?
Emanuele Filiberto Colombero: Ich komme aus einem Dorf an der französischen Grenze in Norditalien. Als ich mich 2019 entschieden habe, beruflich etwas ganz anderes zu machen und in den Pflegebereich zu gehen, fiel meine Wahl auf Deutschland. Positiv ist hier das Ausbildungssystem, das sehr gut und umfassend ist. Es fällt leicht, sich zu motivieren, weil in der neuen generalistischen Pflegeausbildung bereits eine Vielfalt angelegt ist, die es in meiner Heimat so leider einfach nicht gibt. Wenn ich die Ausbildung abgeschlossen habe, werde ich die Möglichkeit haben, in ganz Europa als Pflegefachmann zu arbeiten, weil der Abschluss EU-weit anerkannt ist.

Haben Sie besondere Fähigkeiten, Talente, Interessen, die Sie als Grundvoraussetzung mitbringen?
Ich arbeite gern mit Menschen, bin ein Teamplayer und ein zuverlässiger und ehrlicher Mensch. Das sind Eigenschaften, die meiner Meinung nach perfekt zum Berufsfeld passen, ich fühle mich sehr gut dabei und auch angenommen, ich kann vollkommen ich selbst sein. Außerdem bin ich vielseitig interessiert und erarbeite mir gern neue Themengebiete. Vor meiner Zeit hier habe ich bereits als Lehrer und im Sportbereich gearbeitet. Mir gefällt die interkulturelle Zusammenarbeit, ich mag es, mit Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zu tun zu haben. Ich kann teilweise im Team, aber vor allem mit Patient:innen auf Englisch und Russisch kommunizieren, das macht Spaß.

Wie und wann fiel die Entscheidung für den Neustart in Deutschland? Als was haben Sie vorher gearbeitet und haben Sie vorab ein Praktikum gemacht?
Das war bereits 2019, also vor der Corona-Pandemie. Ich arbeitete davor als Englischlehrer und davor war ich Eishockeyschiedsrichter, also in einer ganz anderen Welt tätig (lacht). In Bremen angekommen, habe ich als Erstes einen dreimonatigen Kurs in einer Sprachschule gemacht, da ich bis dahin nur Grundkenntnisse in Deutsch hatte. Aber das Ziel war die Pflegeausbildung. Als nächstes bewarb ich mich am St. Joseph-Stift, wo ich in der Nähe wohne, für ein Praktikum. Das hat auch kurze Zeit später geklappt. Die zwei Wochen im dortigen Bauchzentrum haben mir wahnsinnig gut gefallen, ich fühlte mich in meiner Entscheidung bestätigt und bekam dann im Herbst den Ausbildungsplatz. Es war alles zunächst sehr neu für mich, aber durch meinen Willen und all die Möglichkeiten hier fiel es mir leicht, beziehungsweise die Strukturen hier machen es mir leicht.

Welche Inhalte gefallen Ihnen am besten und welche liegen Ihnen am meisten?
Ich mag es sehr, im Haus verschiedene, sehr unterschiedliche Abteilungen zu durchlaufen und kennenlernen zu können. So kann ich überall hineinschnuppern und herausfinden, was mir am meisten liegt, wofür ich mich interessiere. Im St. Joseph-Stift war ich bisher in der Inneren Medizin und im HNO-Bereich. Alles hat mir eigentlich gleich gut gefallen, das wird am Ausbildungsende noch eine schwere Entscheidung.

Was sind in Ihren Augen die Besonderheiten und Herausforderungen in der Ausbildung?
In Notfällen die Ruhe zu bewahren, das musste ich erst lernen. Andererseits geht es mir besonders nahe, wenn junge Menschen von schweren Erkrankungen betroffen sind. Manchmal hilft es schon, einfach mit einer Kollegin oder einem Kollegen zu sprechen, die oder der in der gleichen Situation ist oder sie bereits erlebt hat. Belastungssituationen können wir aber bei Bedarf auch mit unseren Praxisanleitenden sowie den Lehrenden in der Schule besprechen. Eine psychologische Vorbereitung auf besonders schwierige Situationen ist schon hilfreich. Für mich persönlich ist aber tatsächlich die Sprache die größte Herausforderung der Ausbildung. Allerdings war mir das von Beginn an bewusst und durch den intensiven Sprachkurs im Vorfeld war ich optimal vorbereitet. Aber erst in der täglichen Arbeit kann ich natürlich das Fachvokabular erlernen und auch die Alltagssprache trainieren. Doch ich bin mit meinem jetzigen Sprachlevel zufrieden, kann mich gut verständigen und bekomme viel positives Feedback.

Was empfehlen Sie Interessierten, die die Pflegeausbildung starten möchten?
Es ist gewiss kein leichter, aber ein sehr befriedigender, sinnvoller Beruf. Wer sich der Herausforderung stellen möchte, sollte es unbedingt ausprobieren, sprich: Ein Praktikum im Vorfeld, wie ich es gemacht habe, ist absolut empfehlenswert. Wer wie ich aus dem Ausland kommt, sollte schon möglichst gut Deutsch sprechen, aber da gibt es zum Glück zahlreiche Lernmöglichkeiten.

Kontakt

Informationen rund um die Ausbildung und Bewerbung zur/zum Pflegefachfrau/-mann im St. Joseph-Stift:

Zentrale Praxisanleitung 0421-347-1782
praxisanleiter@sjs-bremen.de glueck-stiften.de

Krankenhaus St. Joseph-Stift GmbH

Schwachhauser Heerstraße 54

28209 Bremen

Jetzt bewerben

Weitere Auszubildende berichten

Tia Marie Barbracke

Alexander Hejna

Maria Morunov