Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Krankenhauslabore

Schnelle Diagnosen, die Leben retten können

PCR, Ct-Wert, Antikörper – seit der Corona-Pandemie sind diese Begriffe in aller Munde. Doch auch abseits von Covid-19 ist die Arbeit des Krankenhauslabors im St. Joseph-Stift eine wichtige Grundlage für den Behandlungserfolg.

Von Maurice Scharmer

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Die leitende MTLA Carmen Leithäuser bei der Probenvorbereitung zur SARS-CoV-2-PCR
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Eine Urinuntersuchung kann entscheidende Hinweise auf bestimmte Erkrankungen geben.

Betritt man das Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin des St. Joseph-Stift, kommt man in eine ganz eigene Welt abseits von Patientenbetten und OP-Sälen. In den Räumen voller moderner Laborgeräte herrscht rund um die Uhr eine ständige Betriebsamkeit. Neben vielen weiteren Aufgaben bestücken die insgesamt 14 medizinischtechnischen Laborassistentinnen und ‑assistenten (MTLA) Maschinen, entnehmen daraus die Proben, werten die Ergebnisse am Computer aus und beantworten Fragen am Telefon.

Wenn die leitende MTLA Carmen Leithäuser morgens um 7 Uhr ihre Schicht beginnt, kommen bereits per Rohrpost die ersten Blutproben aus der Intensivstation. »Unsere labormedizinischen Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Behandlung aller Patienten. Sie erleichtern schnelle Diagnosen und helfen damit auch Leben zu retten«, erklärt Leithäuser mit Stolz in der Stimme.

Kaum ist es 9 Uhr, treffen Proben von den übrigen Stationen zur Auswertung ein. Die Laboranforderung wird über ein spezielles PC-Programm mitgeteilt, die Proben werden entsprechend kodiert. Der Ablauf ist komplett digitalisiert, sodass die Befunde ohne Zeitverzögerung auf den Stationen am Computer eingesehen werden können.

Kurz danach steht mit den ersten PCR-Tests des Tages eine andere zentrale Aufgabe an, die in der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat. Mit diesem zuverlässigen Verfahren lässt sich bei Infizierten das Erbmaterial von Viren per Nasen-Rachen-Abstrich nachweisen. Entsprechend werden alle Krankenhauspatienten vor einer stationären Aufnahme auf das neuartige Virus getestet. Im März 2020 machte das St. Joseph-Stift damit Schlagzeilen: Als erstes Krankenhauslabor in Bremen konnte es diese wichtige Untersuchung direkt vor Ort durchführen – Proben mussten nicht mehr an externe Labore geschickt werden. »Dies war nur deshalb so schnell möglich, da wir die Methodik im Haus bereits seit 2018 für die Diagnostik von Durchfallerkrankungen etabliert haben«, so Chefarzt Dr. Bernd Wolters.

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Das PCR-Gerät wird mit Reagenzien bestückt.

Während Laboruntersuchungen früher vorwiegend tagsüber angefordert wurden, führt das Team nun rund um die Uhr klinisch-chemische Tests von Blut, Urin und Stuhl durch. Akute Blutungen in der Notaufnahme oder eine unvollständige Plazentaablösung im Kreißsaal, auch nachts um halb zwei: Stets erfordern und bekommen Notfälle wie diese eine schnelle Diagnostik. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Transfusionsmedizin: Das Labor ist für die Versorgung der Patienten mit Blut und Blutkomponenten zuständig und hält dafür ein großes Depot vor.

»Außerdem arbeiten wir im Verbund der Freien Kliniken als Back-up. Sollte es zu Ausfällen kommen, unterstützen sich die Labore der Häuser gegenseitig«, erklärt Carmen Leithäuser und fügt mit einem Lächeln hinzu: »Hier wird es also nie langweilig.«

Als sie um 16 Uhr ihren Dienst beendet und an die Kolleginnen der Spätschicht übergibt, kommt mit einem ›Plopp‹ die nächste Rohrpost an – dieses Mal aus der Notaufnahme.

Kontakt

Dr. Bernd Wolters
Chefarzt im Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin
labor@sjs-bremen.de

Krankenhaus St. Joseph-Stift
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
www.sjs-bremen.de

Gesundheit : Bremen 30

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