Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Rheumazentrum

»Unsere Therapie ist praktizierter Knochenschutz«

Im Rheumazentrum des Rotes Kreuz Krankenhaus haben Chefarzt Professor Dr. Jens Gert Kuipers und sein Team auch die Knochengesundheit ihrer Patienten fest im Blick.

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Professor Dr. Kuipers setzt auf eine individuell abgestimmte Therapie, die die Betroffenen aktiv einbindet.

Gesundheit:Bremen: Kann Rheuma die Knochen schädigen?
Professor Dr. Jens Gert Kuipers: Ja, sogar auf vielfältige Weise. In erster Linie durch Entzündungen, wie sie beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis entstehen. Diese greifen nicht nur die geschwollenen Gelenke an, sondern indirekt die Knochen, weil sie deren Stoffwechsel hemmen. Betroffene bauen mehr Knochenmasse ab als auf. Morbus Bechterew beispielsweise, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die insbesondere die Wirbelsäule befällt, geht unbehandelt mit einem Verlust an Knochensubstanz einher. Durch körperliche Belastung und Bewegung bleiben Knochen fest und stoffwechselaktiv. So werden Sehnen, Muskeln und Knochen trainiert, die Gelenke mit Gelenkflüssigkeit versorgt und unser Herz-Kreislauf-System intakt gehalten. Wer sich aber vor Schmerzen schlecht bewegen kann, trainiert seine Knochen nicht, sie bauen ab.

Wie behandeln Sie Rheumapatienten in Ihrer Klinik?
Der beste Schutz vor geschwächten und kranken Knochen bei Rheumapatienten ist eine abgestimmte Therapie. Dazu gehören Basismedikamente und Biologika, also Arzneimittel, die aus lebenden Zellkulturen gewonnen werden. So behandeln wir die Erkrankung, stoppen Entzündungen und unterdrücken Osteoporose. Gleichzeitig reduziert die Therapie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ermöglicht den Patienten, sich ohne Schmerzen zu bewegen. Rheumatherapie ist praktizierter Knochenschutz. Das Knochengewebe ist bei vielen rheumatischen Erkrankungsformen beeinträchtigt, die häufigste Knochenerkrankung ist die Osteoporose – 30 bis 50 Prozent aller Patienten mit rheumatoider Arthritis leiden daran. Die Klinik für internistische Rheumatologie ist 2008 als erste in Bremen mit dem Siegel des Dachverbands Osteologie (DVO) als ›Klinisches Osteologisches Schwerpunktzentrum‹ zertifiziert worden. Soll heißen, wir haben die Knochen hier bei uns genau im Blick.

Wie gefährlich ist Kortison für die Knochen?
Eine langfristige und hoch dosierte Einnahme schwächt die Knochensubstanz. Kortison ist aber ein ganz wichtiges Medikament in der Rheumatherapie. Deshalb ist die leitliniengerechte Knochenschutztherapie bei dessen Einsatz besonders wichtig. Kortison sollte möglichst kurz und niedrig dosiert eingenommen werden. Es gibt auch Medikamente, die die Knochensubstanz festigen und so vor Osteoporose schützen.

Worauf können Betroffene selbst achten?
Wichtig sind die ausreichende Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und Folsäure sowie eine eiweißreiche Ernährung. Rauchen ist ganz schlecht und Cola sollte man bitte meiden: Sie ist ein ›Knochenräuber‹. Patienten sollten auftretende Schmerzen übrigens nicht nur einem Rheumaschub zuschreiben. Es könnte auch ein Knochenbruch dahinterstecken, beispielsweise an Hüfte oder Handgelenken. Dieser darf nicht unentdeckt bleiben, er kann auf eine bestehende Osteoporose hinweisen.

Das Gespräch führte Dorothee Weihe

Kontakt

Prof. Dr. Jens Gert Kuipers
Chefarzt der Klinik für Internistische Rheumatologie
Leiter des Bremer Rheumazentrums
0421 5599-511
kuipers.j@roteskreuzkrankenhaus.de

Rotes Kreuz Krankenhaus
St.-Pauli-Deich 24
28199 Bremen
www.roteskreuzkrankenhaus.de

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