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Stürze im Alter

Stürze im Alter: Ursachen erkennen, präventiv trainieren

Stürze zählen zu den häufigsten Problemen der Altersmedizin und sind oft der Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Doch das Alterstraumatologische Zentrum des St. Joseph-Stift bietet effektive Möglichkeiten der Vorbeugung.

Von Silvia Rievers

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Etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahre stürzt mindestens einmal im Jahr, bei über 90-Jährigen sogar mehr als jeder Zweite. Die Folgen wiegen schwer: Bei zehn bis zwanzig Prozent kommt es zu Verletzungen, die medizinisch versorgt werden müssen, in fünf bis zehn Prozent der Fälle kommt es sogar zu einer Knochenfraktur – besonders, wenn die Brüchigkeit der Knochen durch Osteoporose erhöht ist. Altersbedingte Verletzungen wie diese werden im St. Joseph-Stift im Alterstraumatologischen Zentrum DGU®* versorgt, wo Unfallchirurgie und Geriatrie eng zusammenarbeiten.

Selbst ohne schwere Verletzungen haben Stürze oft Folgen. Sie führen zu Angst, Schonverhalten, eingeschränkter Mobilität sowie der zusätzlichen Abnahme von Gleichgewicht und Muskelfunktion, in der Altersmedizin ›Post-Fall-Syndrom‹ genannt. Es droht ein Teufelskreis aus zunehmender Immobilität, Muskelabbau und dadurch bedingten wiederholten Stürzen.

Stürze im Alter haben selten nur eine Ursache, häufiger sind es mehrere alters- und krankheitsbedingte Veränderungen sowie Einschränkungen. Diese beeinträchtigen Gleichgewicht, Gehfähigkeit und muskuläre Kraft. Dazu zählt die ab dem 50. Lebensjahr einsetzende Abnahme der Muskulatur um über ein Prozent jährlich. Zudem verschlechtern sich Sehvermögen und Körperwahrnehmung. Auch Herz-Kreislauf-Störungen, Muskel- und Skeletterkrankungen und neurologische Krankheiten erhöhen die Sturzgefahr.

Mit vorbeugenden Maßnahmen lässt sich das Sturzrisiko minimieren. Äußere Ursachen sollten erkannt und möglichst behoben werden: Dazu zählen falsches Schuhwerk, Türschwellen, rutschende Teppiche und andere Stolperfallen. Sogar Hilfsmittel wie Rollatoren, die zwar die Mobilität verbessern, erhöhen bei falscher oder unsachgemäßer Handhabung die Gefahr zu stürzen. Sie müssen deshalb individuell an bestehende Gangstörungen angepasst und die Benutzer angemessen geschult werden. Nach Stürzen ist zu klären, ob eine körperliche Ursache zu dem Sturz geführt hat und ob diese behoben werden kann. So kann ein durch Herzrhythmusstörungen bedingter Schwindel etwa durch eine Anpassung der Medikamente oder einen Herzschrittmacher behandelt werden.

Besonders wichtig ist es, den altersbedingten Muskelschwund durch gezieltes Training aufzufangen. Ein individuell angepasster Aufbau von Muskulatur, Ausdauer und Gleichgewicht ist bis ins hohe Lebensalter möglich und sinnvoll. Im St. Joseph-Stift kann beispielsweise nach einer geriatrischen Rehabilitation eine ›Medizinische Trainingstherapie‹ (MTT) durchgeführt werden, die übrigens rezeptfähig ist. Präventiv wirksames, geräteorientiertes und professionell angeleitetes Training wird dabei mit Freude an der Bewegung verbunden – und so der Sturzgefahr langfristig entgegengewirkt.

*Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie

Kontakt

Dr. Amit Choudhury
Chefarzt im Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation
0421 347-1650
geriatrie-osteologie@sjs-bremen.de

Krankenhaus St. Joseph-Stift
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
www.sjs-bremen.de

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