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Alterstraumatologisches Zentrum

Schnelle Heilung bei Knochenbrüchen

Bei älteren Menschen ist das Risiko für Knochenbrüche besonders hoch: Im zertifizierten Alterstraumatologischen Zentrum (ATZ) des St. Joseph-Stift arbeiten Altersmediziner und Chirurgen Hand in Hand, damit die Patienten schnell wieder auf die Beine kommen.

Von Maurice Scharmer

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Nach der OP geht die Behandlung im St. Joseph-Stift weiter: Bei der medizinischen Trainingstherapie wird die Muskulatur des Patienten gestärkt.

Im höheren Alter nimmt die Knochendichte ab, Knochen und Gelenke sind nicht mehr so stabil. So können bereits kleinere Stürze dramatische Folgen haben: Es kommt häufig zu Knochenbrüchen, die zudem einer längeren Heilung bedürfen. In der Folge drohen die Patienten ihre Selbstständigkeit und Mobilität zu verlieren oder sogar dauerhaft pflegebedürftig zu werden. Im Alterstraumatologischen Zentrum (ATZ) des St. Joseph-Stift arbeiten daher geriatrische (altersmedizinische) und unfallchirurgische Fachärzte eng zusammen, um Sturzpatienten eine schnelle Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.

Einer dieser Patienten ist Karl-Heinz Schnittger*. Der 79-Jährige ist beim Tennisspielen gestürzt und wird mit einem Oberschenkelhalsbruch in die Notaufnahme eingeliefert. Bei der Operation erhält er aufgrund seines Alters eine besonders schonende Anästhesie. »Bei dem Eingriff setzen wir modernste Methoden ein, die, wenn möglich, eine volle Belastung direkt nach der OP erlauben«, schildert Philippe Deckert, Oberarzt der Chirurgie und stellvertretender Leiter des ATZ. So kann bereits am Tag nach dem Eingriff mit der frühen Mobilisation durch die Physiotherapeuten begonnen werden. Die ersten zwei Tage nach seiner OP verbringt Schnittger auf der chirurgischen Station im Alterstraumatologischen Zentrum, wo er neben dem chirurgischen Team zusätzlich von einem Geriater betreut wird. »So gehen wir von Anfang an auf die besonderen Bedürfnisse der älteren Patienten ein«, erklärt Dr. Karen Krause, Oberärztin der Geriatrie und Leiterin des ATZ. Die Altersmediziner behandeln hier bereits mögliche Begleiterkrankungen und gehen der Ursache des Sturzes nach.

Zur weiteren Frührehabilitation wird Schnittger ab dem dritten Tag auf eine geriatrische Station verlegt. Neben der Physiotherapeutin kümmern sich hier auch eine Ergotherapeutin und bei Bedarf eine Neuropsychologin um die älteren Patienten. Geriater und Unfallchirurgen machen gemeinsam die Visiten und besprechen in wöchentlichen Sitzungen mit dem gesamten Team aus der Pflege und den Therapeuten die weiteren Behandlungsschritte. Ziel ist die schnelle Mobilisation des Patienten und das Wiederherstellen der Gangsicherheit. Auf diese Weise soll die Gefahr eines erneuten Sturzes so gut wie möglich reduziert werden. Der Sozialdienst berät und vermittelt anschließende Angebote wie Kurzzeitpflege oder ambulante häusliche Pflege.

Karl-Heinz Schnittger wird nach drei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen und kann in seine eigene Wohnung zurückkehren. Die nächsten 14 Tage kommt er wochentags in die Geriatrische Tagesklinik. Bei dieser Form der Frührehabilitation wird er tagsüber von Pflegekräften, Therapeuten und Ärzten versorgt und für den häuslichen Alltag fit gemacht. Die Nächte und Wochenenden kann er bereits in seiner vertrauten Umgebung verbringen. Im Anschluss nutzt er die medizinische Trainingstherapie im St. Joseph-Stift, um seine Muskulatur zu stärken und sein Gleichgewicht zu verbessern, damit er bald wieder auf dem Tennisplatz stehen kann.

* Name von der Redaktion geändert.

Kontakt

Dr. Karen Krause
Leitung des Alterstraumatologischen Zentrums (ATZ)
0421 347-1652
kkrause@sjs-bremen.de

Krankenhaus St. Joseph-Stift
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
www.sjs-bremen.de

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