Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Neuartige Kreuzband-OP

Was ab ist, ist ab?

Wenn das vordere Kreuzband reißt, kann es in der Roland-Klinik unter bestimmten Voraussetzungen wieder genäht werden – und muss nicht immer einem Ersatz weichen.

Von Yvonne Paeßler

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Knack! Gerissen. Meist trifft es Sportler – Profis wie Amateure – dynamischer Sportarten wie Fußball oder Handball. Ein gerissenes Kreuzband kann aber auch durch eine falsche Bewegung in jeder anderen Lebenslage vorkommen. »Das vordere Kreuzband sorgt im Kniegelenk dafür, dass auch bei hoher Belastung alles in der Spur bleibt«, sagt Dr. Rüdiger Ahrens, Chefarzt im Zentrum für Schulterchirurgie, Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie der Roland-Klinik. Beim Gehen, Laufen, Treppensteigen oder anderen Alltagsbewegungen stabilisieren auch umliegende Muskeln das Kniegelenk. Einer zu hohen Belastung – etwa beim Sport – halten sie aber nicht immer stand, weshalb sie die Unterstützung des vorderen Kreuzbandes benötigen.

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Dr. Rüdiger Ahrens, Chefarzt des Zen­trums für Schulterchirurgie, Arthroskopische Chirurgie und Sporttrauma­tologie

Naht statt Plastik

Auf das ›Knack‹ sollte möglichst schnell eine Magnetresonanztomografie (MRT) folgen. Laut Ahrens untersuchen die Ärzte so, ob das vordere Kreuzband ›günstig‹ gerissen ist und ob Begleitverletzungen vorliegen. »Befindet sich der Riss direkt am Oberschenkelknochen, können wir nähen«, betont der Experte. Diese Technik sei neu und könne eine Kreuzbandplastik ersetzen. Meist reißt das Kreuzband mittig oder am Oberschenkelknochen. Bisheriger Standard ist die Kreuzbandplastik – unabhängig davon, an welcher Stelle sich der Riss befindet. Dafür wird eine Sehne an anderer Stelle entnommen und zu einem neuen Kreuzband umfunktioniert, medizinisch als ›Plastik‹ bezeichnet.

Aber seit etwa zwei Jahren führt die Roland-Klinik unter bestimmten Voraussetzungen Kreuzband-OPs durch, für die es keine andere Sehne braucht. »Reißt das vordere Kreuzband direkt am Oberschenkelknochen, können wir es dort wieder annähen«, so Ahrens. Eine weitere Voraussetzung: »Riss und OP sollten maximal drei bis vier Wochen auseinanderliegen«, betont der Chirurg. Die finale Entscheidung über die sogenannte Kreuzbandrefixation fällt im OP, denn trotz MRT-Aufnahme sieht der Operateur erst während des Eingriffs, welche Variante tatsächlich möglich ist. Bei einem mittigen Riss kommt hingegen nur eine Kreuzbandplastik infrage, denn eine Naht innerhalb des Bandes ist schlicht nicht möglich.

Ersatz aus dem eigenen Körper entfällt

Ist eine Refixation machbar, bringt der Operateur einen sogenannten Anker – vergleichbar mit einem Dübel aus dem Handwerk – in den Oberschenkelknochen ein. Mit dem daran befestigten Faden zieht der Arzt das abgetrennte Kreuzband zum Knochen und vernäht beide Enden miteinander. »Zur Sicherheit bringen wir zusätzlich ein künstliches Band an, das parallel zum genähten vorderen Kreuzband verläuft und im Zweifelsfall in der anfänglichen Heilungsphase zu hohe Belastungen auffängt«, erklärt Ahrens.

Der minimalinvasive Eingriff dauert etwa eine Stunde. Danach seien die Schmerzen recht gering. »Natürlich merkt man, dass das Kreuzband repariert wurde – eine OP bleibt eine OP«, so Ahrens. »Doch der Eingriff ist weniger aufwendig als eine Kreuzbandplastik, da die Entnahme einer Sehne entfällt und somit keine zweite Wunde im Körper geschaffen wird.«

Kontakt

Dr. Rüdiger Ahrens
Chefarzt im Zentrum für Schulterchirurgie, Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie
0421 8778-372
Orthopaedie2@roland-klinik.de

Roland-Klinik
Niedersachsendamm 72/74
28201 Bremen
www.roland-klinik.de

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