Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Durchblutungsstörung

Alles im Fluss

Im Rotes Kreuz Krankenhaus behandeln Spezia­listen chro­nische Durch­blutungsstörungen vom Kopf bis zu den Zehen: Gefäßchirurgen, Kardio­logen, Radiologen, Angiologen – wer macht eigentlich was?

Von Dorothee Weihe

Fkb Magazin25 Q 4 Alles Im Fluss
Eine gute Durchblutung sichert die Versorgung des gesamten Organismus mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut.

Arterien und Venen (Blutadern) verbinden die Organe unseres Körpers. Über dieses Gefäßsystem werden alle Körperzellen mit Sauerstoff und Energie versorgt sowie Abfallstoffe abtransportiert. Jede Störung im Blutkreislauf kann schwerwiegende Folgen haben. Ursachen sind meist verengte beziehungsweise verstopfte Arterien oder verschleppte Ablagerungen, die den Blutstrom verhindern. So erhalten Organe und Gewebe zu wenig Sauerstoff und andere Nährstoffe. Manchmal geschieht dies plötzlich, meistens jedoch schleichend über einen längeren Zeitraum, ohne dass der Patient etwas merkt. Besonders häufig sind Durchblutungsstörungen in den Beinen (›Periphere arterielle Verschlusskrankheit‹, PAVK), in der Halsschlagader und in Adern, die den Herzmuskel versorgen. Aber auch in Organen wie den Nieren kann die Durchblutung gestört sein. Je nach betroffener Körperregion kümmern sich Spezialisten verschiedener medizinischer Fachrichtungen um Diagnostik und Therapie. Aber wer behandelt eigentlich was?

Fkb Magazin25  Marquardt Blindt
links: Dr. Frank Marquardt, Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin und Leiter des Gefäßzentrums Bremen im Rotes Kreuz Krankenhaus
rechts: Professor Dr. Rüdiger Blindt, Leitender Arzt der Kardiologie im Rotes Kreuz Krankenhaus

Moderne Gefässmedizin erfordert ärztliche Kooperation

Die Fäden für einen Großteil der Behandlungen laufen im RKK-Gefäßzentrum zusammen. Ob Probleme mit Bauch- oder Halsschlagader, Arterien oder den Venen, beispielsweise durch Krampfadern: Im größten Zentrum für Gefäßmedizin in Bremen und Umgebung arbeiten Spezialisten Hand in Hand. Fachärzte für Gefäßchirurgie sowie Chirurgen mit besonderen Zusatzqualifikationen, Angiologen und Radiologen gehören zum Team, darüber hinaus speziell ausgebildete Pflegekräfte. Gemeinsam wird entschieden, ob ein Eingriff notwendig ist oder konservative, das heißt nicht operative, Maßnahmen ausreichen.

Internistisch ausgerichtete Angiologen wie Dr. Stephanie Ullmann erkennen und behandeln Gefäßerkrankungen. Radiologen (Röntgenärzte) liefern mit moderner dreidimensionaler Technik – Computertomogramm (CT) oder Magnetresonanztomogramm (MRT) – exakte Bilder der menschlichen Anatomie einschließlich der Gefäße. Spezialisierte Radiologen wie Bernhard Schmuck, leitender Arzt der Angiografie/ interventionellen Radiologie im RKK, führen Eingriffe per Leistenkatheter in allen Körperregionen durch. »Aber nur die Gefäßchirurgen sind ausgebildet, um offene Operationen wie beispielsweise an einer geplatzten Bauchschlagader durchzuführen oder erkrankte Gefäße zu ersetzen«, betont Dr. Frank Marquardt, Chefarzt des Gefäßzentrums. Im neuen Hightech-Hybrid-Operationssaal können innerhalb einer einzigen Narkose und in einem hochsterilen Umfeld sogar offen-operative Verfahren mit komplexen Kathetertechniken kombiniert werden, um die Belastung für den Patienten möglichst gering zu halten.

Fkb Magazin25 Ullmann Schmuck
links: Dr. Stephanie Ullmann, Funktionsoberärztin in der Gefäßchirurgie im Rotes Kreuz Krankenhaus
rechts: Bernhard Schmuck, Leitender Arzt Angiografie / Interventionelle Radiologie im Rotes Kreuz Krankenhaus

Von der Forschung in den OP

Wenn sich ein Blutgefäß des Herzens verschließt, etwa bei Brustenge oder akutem Herzinfarkt, kommen die Kardiologen zum Einsatz. Im Herzkatheterlabor führen sie unter Röntgensicht einen dünnen Katheter durch eine Arterie am Handgelenk bis zum betroffenen Herzkranzgefäß vor, erweitern die Engstelle und können sofort einen Stent, das ist eine kleine gitterförmige Gefäßstütze, setzen. »Internationale Leitlinien empfehlen beim akuten Herzinfarkt den Zugangsweg über das Handgelenk statt über die Leiste als Standard für die Herzkatheter-Untersuchung, da es zu deutlich weniger Blutungsproblemen nach dem Eingriff kommt. Das Verfahren ist komplexer für den Arzt, aber bei entsprechendem Training sind die Vorteile für den Patienten eindeutig erwiesen«, erklärt Professor Dr. Rüdiger Blindt, leitender Arzt der Kardiologie des RKK.

Kontakt

Gefäßzentrum
Chefarzt
Dr. med. Frank Marquardt
Rotes Kreuz Krankenhaus
St.-Pauli-Deich 24
28199 Bremen

Sekretariat / Klinikassistenz
Susanne Tinney
0421-5599-880
tinney.s@roteskreuzkrankenhaus.de

Kardiologie
Leitender Arzt
Prof. Dr. med. Rüdiger Blindt

Sekretariat
Friedel Jura
0421-59660-610
f.jura@kardio-bremen.de

Rotes Kreuz Krankenhaus
St.-Pauli-Deich 24
28199 Bremen
www.roteskreuzkrankenhaus.de

Gefäßsprechstunde:
Ambulante gefäßchirurgische Sprechstunde für gesetzlich versicherte Patienten im
MVZ am RKK (Medizinisches Versorgungszentrum Gefäßmedizin)
Ärztehaus Forum K, Osterstraße 1a, 2. Etage
Terminvereinbarung unter
0421-5599-770

Veranstaltung:
7. Herz-Forum
8.11.2018 — 17–19 Uhr
in Kooperation mit der Deutschen Herzstiftung e.V. Bremen
Programm:
Vortrag: ›Herz außer Takt‹
Anschließend: Offenes Forum rund um Herzprobleme
Patienten fragen – Ärzte antworten, Infostand der Deutschen Herzstiftung
Anmeldung ab 8.Oktober unter
0421-5599-371

Gesundheit : Bremen 25

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