Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Alters­traumatologie

Den Bedürfnissen älterer Patienten zielgerichtet begegnen

Chirurgen und Geriater arbeiten im Alterstraumatologischen Zentrum des St. Joseph-Stift Hand in Hand, um ältere Patienten schnell zu rehabilitieren.

Von Anja Maria Ladewig

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Durch die enge Zusammenarbeit von Unfallchirurgie, Geriatrie und Frührehabilitation kann besonders gut und gezielt auf die Bedürfnisse von älteren Patienten eingegangen werden.

Mit den Jahren steigt das Sturzrisiko: Vorerkrankungen und eine altersbedingte Abnahme der Knochendichte führen oft dazu, dass ältere Patienten nach Knochenbrüchen lange brauchen, um zu genesen. »Unser Ziel ist es, Betroffene frühestmöglich zu rehabilitieren und ihre Selbstständigkeit weitgehend zu erhalten«, sagt Dr. Karen Krause, Oberärztin der Geriatrie und Koordinatorin des Alterstraumatologischen Zentrums (ATZ) des St. Joseph-Stift. »Früher wurden Patienten erst chirurgisch und anschließend bei Bedarf geriatrisch behandelt«, erklärt die Internistin. In dem seit November 2017 durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifizierten Zentrum ist das anders: Werden ältere Patienten mit einem Trauma – etwa einem Oberschenkelhalsbruch – aufgenommen, werden sie durch Chirurgen und zusätzlich von Beginn an von einem geriatrischen Arzt betreut.

»Eintrittskriterium im Alterstraumatologischen Zentrum ist ein Trauma bei über 70-jährigen Patienten, unabhängig von einer geplanten OP«, erklärt Philippe Deckert, Chirurg und leitender Oberarzt des ATZ. Durch den interdisziplinären Austausch der Unfallchirurgen mit dem Team der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation kann den Patientenbedürfnissen im fortgeschrittenen Lebensalter zielgerichteter begegnet werden. Durch individuell abgestimmte Therapiekonzepte und den frühestmöglichen Beginn von Physio- und Ergotherapie wird die Mobilität des Patienten von Anfang an gefördert.

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Philippe Deckert ist leitender Oberarzt des Alterstraumatologischen Zentrums. Koordiniert wird das ATZ von Dr. Karen Krause.

Ein interdisziplinäres Team für das Patientenwohl

 »Wir sehen den Patienten ganzheitlich und begutachten ihn unter geriatrischen Gesichtspunkten«, schildert Karen Krause. Neben der Berücksichtigung von Vorerkrankungen wird die Knochendichte jedes Patienten gemessen, um gegebenenfalls auf Knochenschwund (Osteoporose) reagieren zu können. »Im Krankenhaus stehen uns für die einzelnen Untersuchungen die Expertise verschiedener Fachärzte und das gesamte Spektrum der modernen Diagnostik zur Verfügung«, betont die Oberärztin. 

Bei wöchentlichen Teambesprechungen und gemeinsamen Visiten der Chirurgen und Geriater werden verschiedene Aspekte besprochen: Ist der Patient fit genug, um in eine teilstationäre, tagesklinische Therapie oder nach Hause entlassen zu werden? Kommt er allein zurecht oder benötigt er künftig Hilfe? Bei Fragen wie diesen werden die Angehörigen und der Sozialdienst des Krankenhauses einbezogen. Der Sozialdienst berät über verschiedene Leistungen wie Anschlussheilbehandlungen und unterstützt Patienten bei der Suche und Vermittlung passender Angebote wie Kurzzeitpflege oder ambulante häusliche Pflege.  

Liegen parallel zum Trauma altersbedingte oder chronische Erkrankungen vor, kann der Patient innerhalb des ATZ zur weiteren Behandlung auf die Geriatrie-Station verlegt werden. In der geriatrischen Frührehabilitation werden Patienten mit multiplen Erkrankungen von einem interdisziplinären Team behandelt. Durch ein tägliches Therapieangebot, das je nach Bedarf Ergo- und Physiotherapie, Neuropsychologie und Logopädie umfasst, wird auf eine möglichst selbstständige Lebensführung vorbereitet. »Dabei geht es um Sturzprophylaxe – aber auch um alltägliche Dinge wie Treppensteigen oder das Ein- und Aussteigen aus der Badewanne«, erklärt Karen Krause. Damit die Patienten schnell wieder auf die Beine kommen, werden die therapeutischen Maßnahmen durch eine aktivierende Pflege, Kinästhetik und Angebote zur Ernährungsberatung ergänzt.

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Kinästhetik

Kinästhetik (englisch Kinaesthetics: Wissenschaft der Bewegungswahrnehmung) beschreibt die Fähigkeit, durch erhöhte Aufmerksamkeit eine bewusstere Bewegungsempfindung zu erreichen. Besonders geschätzt wird sie in Berufen, in denen Körperkontakt selbstverständlich ist, weil sie die Qualität der eigenen Bewegung sowie der Pflege, Betreuung und Therapie, das heißt die eigene Gesundheit und die des anderen, fördert.

Kontakt

Alterstraumatologisches Zentrum (ATZ)
St. Joseph-Stift Bremen
0421-347-1652

Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
www.sjs-bremen.de
www.facebook.com/stjosephstift

Gesundheit : Bremen 24

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