Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Verstopfte Gefäße

Hightech für die Durchblutung

Verstopfte Blutgefäße sind lebensbedrohlich. Für reibungslosen Blutfluss sorgen Chefarzt Dr. Frank Marquardt und sein Team im Bremer Gefäßzentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus.

Von Dorothee Weihe

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Wenn die großen Arterien und Venen verstopft sind, nimmt das Blut Umwege über kleinere Nebengefäße – und kommt dabei nicht immer rechtzeitig und in ausreichender Menge am Ziel an. Staus beseitigt Chefarzt Dr. Frank Marquardt mithilfe von Katheter und Rotationsgerät in einer Schlüssellochoperation.

»Es war kurz vor Heiligabend 2015. Ich wollte etwas Schweres ziehen und bin mit dem rechten Fuß weggerutscht«, erinnert sich Hans-Dieter Gerken. »Ich hatte danach die ganze Zeit Schmerzen im Fuß und dachte an eine Zerrung oder Entzündung. Beim Aufstehen ging es ja noch, aber beim Laufen oder Treppensteigen war es sehr schlimm«, erzählt der 46-Jährige.

Als die Schmerzen nach Neujahr immer noch nicht weg sind, überweist der Hausarzt den Achimer zum Orthopäden. Auf dem Röntgenbild ist nichts zu sehen, Hans-Dieter Gerken soll zur Krankengymnastik. Mitte Februar bemerkt seine Therapeutin bei der Gymnastik, dass ein Zeh an Gerkens rechtem Fuß kurzzeitig blau wird. Als sich das Gleiche bei einem Hausarztbesuch wiederholt, schickt dieser Hans-Dieter Gerken sofort in die Notaufnahme des RKK. Die Ärzte stellen fest: Sein rechtes Bein ist kaum mehr durchblutet, der Zeh beginnt bereits, sich schwarz zu verfärben. Was ist passiert? Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), landläufig als Arterienverkalkung bezeichnet, verengt Gerkens Blutgefäße. Schnelles Handeln ist gefragt, denn das Bein des Achimers ist in Gefahr.

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Dr. Frank Marquardt
Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin-Gefässzentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus

»Die rechte Beckenarterie des Patienten war über eine Länge von 15 Zentimetern verstopft. Da kommt man mit einem herkömmlichen Katheter an die Grenze des Machbaren. Wir haben uns deshalb schnell für die Rotationsthrombektomie entschieden«, erklärt Chefarzt Dr. Frank Marquardt. Dabei schiebt der Operateur einen Spezialkatheter, an dessen Spitze eine rotierende Mini-Metallspirale sitzt, mithilfe eines feinen Führungsdrahtes durch die verschlossene Beckenschlagader bis in die Bauchschlagader vor. Dafür ist lediglich ein winziger Schnitt in der Leiste notwendig.

Unter Röntgendurchleuchtung lenkt der Arzt die sich blitzschnell drehende Spirale vorsichtig durch die ganze Länge des Gefäßverschlusses. »Die Ablagerungen werden gleichzeitig zerkleinert und aus dem Körper des Patienten transportiert. Das ist ein weiterer Vorteil dieser Operationsmethode«, erläutert Marquardt. Damit das Gefäß dauerhaft offen bleibt, schiebt der Gefäßexperte anschließend per Katheter eine Gefäßstütze (Stent) in die Arterie, die sich wie ein Ballon selbstständig öffnet und ausdehnt.

Nächstes Ziel: Rauchfrei leben

Nach überstandener Operation ist Hans-Dieter Gerken dankbar für das Engagement der Ärzte. Den schwarzen Zeh wird er zwar verlieren – die Operation ist schon terminiert – das Bein aber ist gerettet. Er läuft heute wieder beschwerdefrei und arbeitet am nächsten großen Ziel: endlich Nichtraucher zu werden.

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Nicht größer als ein Streichholz: Die filigranen Spezialkatheter erlauben präzises Arbeiten bei Schlüssellochoperationen.

Kontakt

Dr. med. Frank Marquardt
Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin – Gefäßzentrum
0421-5599-880 
weihe.d@roteskreuzkrankenhaus.de

Rotes Kreuz Krankenhaus

St.-Pauli-Deich 24

28199 Bremen
www.roteskreuzkrankenhaus.de

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