Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Primäre Pflege

Pflege auf Augenhöhe

Von der Aufnahme bis zur Entlassung ist Schwester Michaela an der Seite ihrer Patienten. Bei der Primären Pflegekraft im DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus laufen alle Fäden zusammen.

Von Ingo Hartel

20-19
Als Primäre Pflegekraft begleitet Michaela Kolasa ihre Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung – und denkt auch an die Zeit danach.

Nein, es war wirklich keine gute Idee. An einem Februarnachmittag will die alleinstehende Hannelore F. aus Walle die Gardinen waschen. Beim Abnehmen des Stoffes stürzt die 80-Jährige von der dritten Stufe der Leiter, fällt auf die Seite und kann sich kaum bewegen. Es gelingt ihr noch, den Rettungsdienst zu benachrichtigen, der sie in die Notaufnahme des DIAKO fährt. Die Diagnose: Oberschenkelhalsfraktur. Die notwendige Operation wird auf den nächsten Tag terminiert und Hannelore F. auf die Station 5A verlegt.

Hier wird sie schon erwartet und von Michaela Kolasa in Empfang genommen. Als Primäre Pflegekraft ist die Gesundheits- und Krankenpflegerin für die alte Dame und sechs weitere Patienten Hauptansprechpartnerin. »Schon in der Notaufnahme hat Frau F. schmerzstillende Medikamente bekommen und wir konnten auf der Station gleich das Aufnahmegespräch führen. Weil Frau F. allein lebt und in Bremen keine Angehörigen hat, kann sie natürlich nicht direkt nach Hause entlassen werden. Deswegen habe ich den Sozialdienst informiert, der mit ihr klärt, wie die Versorgung nach der Entlassung organisiert werden kann.«

Nach der Operation kommt Hannelore F. zurück auf die Station. Die verantwortliche Pflegekraft Michaela Kolasa sieht häufiger nach der Patientin: »Sie kam mit der Klingel nicht gut zurecht und hatte anfangs leichte Probleme, sich in der neuen Umgebung zu orientieren. Da reagieren wir natürlich entsprechend. Wenn ich Nachtdienst habe, lasse ich in solchen Fällen gerne die Tür des Krankenzimmers leicht offen stehen, um im Vorbeigehen einen Blick hineinwerfen zu können.«

Schwester Michaela hat an alles gedacht

Gut 24 Stunden nach der OP wird die Patientin gemeinsam von der Primären Pflegekraft und einer Physiotherapeutin mobilisiert. »Frau F. hat sofort gut mitgemacht und großes Interesse daran, möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen.« Aber natürlich dauert das. Außerdem regt Schwester Michaela bei den Kollegen der Krankenhausseelsorge einen Besuch an. Da Frau F. ihr zudem erzählt hat, dass sie gerne in Zeitschriften blättert, stellt die Schwester den Kontakt zur Krankenhausbücherei her, die Hannelore F. eine Auswahl an Zeitschriften ins Krankenzimmer bringt. »So kann man es aushalten«, bedankt sich die 80-Jährige. In Absprache mit dem Sozialdienst wird sie nach dem Krankenhaus in der DIAKO-Kurzzeitpflege aufgenommen. Dort absolviert sie die weitere Therapie, um bald wieder in ihre eigene Wohnung zurückkehren zu können.

Kurz & knapp

Primäre Pflege

Die Primäre Pflegekraft übernimmt die Verantwortung für den Pflegeprozess mehrerer Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung. Sie koordiniert die Diagnostik, Pflege und Therapie und hält engen Kontakt zu den anderen an der Therapie beteiligten Berufsgruppen. Dank der festen, kontinuierlichen Ansprechpartner können sich Patienten besser auf der Station orientieren und auf ihren Therapieverlauf konzentrieren. Sie fühlen sich so in belastenden Situationen sicherer. Bei der Zuordnung von Patient und Pflegekraft werden selbstverständlich die Art und Schwere der Erkrankung sowie die Erfahrung der Pflegenden berücksichtigt.

Kontakt

Heidi-Susann Fischer
Pflegedienstleitung
0421-6102-2003
h.fischer@diako-bremen.de

DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus
Gröpelinger Heerstraße 406–408
28239 Bremen
www.diako-bremen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Artikel laden

Gesundheit : Bremen 20

Inhaltsübersicht laden