Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Krebssport

Aktiv gegen den Krebs

Regelmäßige Bewegung steigert das Wohlbefinden und regt den Stoffwechsel an. Was noch wenige wissen: Sie beugt auch Krebs vor und verbessert die Heilungschancen.

Von Silke Meiners

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Das Krebsrisiko sportlich aktiver Menschen ist durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent geringer als bei unsportlichen Zeitgenossen. Jene, die dennoch an Krebs erkranken, haben zudem ein nachweislich geringeres Rückfallrisiko. Dies wurde in Studien besonders für die beiden häufigsten Karzinome, den Darm- und den Brustkrebs, nachgewiesen. Aber auch bislang eher inaktive Krebspatienten profitieren von einer Änderung des Lebensstils: Regelmäßige Aktivität nach einer Erkrankung reduziert erwiesenermaßen die Gefahr erneuter Tumore und erhöht die Chance einer dauerhaften Heilung. Deshalb raten die Therapeuten der zertifizierten Krebszentren für Brust- und Darmkrebs im St. Joseph-Stift ihren Patienten, Bewegung frühzeitig in die Therapie zu integrieren. »Früher galt, dass Patienten sich während der Chemotherapie schonen sollten. Heute heißt es: Treiben Sie Sport, das verbessert Ihre Prognose«, bestätigt Dr. Jörg-Dietrich Neumann, Leiter der onkologischen Tagesklinik. »Bewegung stärkt das Immunsystem und sie bekämpft die krankheitsbedingte Müdigkeit und Erschöpfung, das sogenannte Fatigue-Syndrom.«

So wichtig wie Medikamente

»Generell gilt, dass man schon kurz nach der operativen Tumorentfernung langsam mit Bewegung beginnen kann, es aber nicht übertreibt. Die Patienten sollten mit ihrem Therapeuten abstimmen, was gut für sie ist. Sportmuffeln rate ich zu langen Spaziergängen an der frischen Luft als Einstieg«, berichtet Gabriele Böger-Pochciol, leitende Physiotherapeutin der Klinik. »Wichtig sind gutes Ausdauertraining und vor allem Regelmäßigkeit.«

Welcher Sport sich eignet, ist abhängig von der Krebsart und -therapie. Darmkrebspatienten ohne einen künstlichen Ausgang können in der Regel uneingeschränkt Sport treiben, wenn sie keine schweren Gewichte heben und intensive Belastung vermeiden. Für Frauen mit Brustkrebs ist direkt nach der Operation zunächst entscheidend, den Arm in alle Richtungen beweglich zu halten, um einen Lymphstau zu verhindern. Im Brustzentrum zeigt eine erfahrene, täglich anwesende Physiotherapeutin den Patientinnen auf der Station, welche Bewegungen dabei helfen. »Während der Bestrahlung sollten die Frauen keinen Wassersport machen. Auch Tennis und Badminton sind nicht ratsam. Sie sollten ruhigen und trotzdem belastenden Sport treiben«, empfiehlt die Physiotherapeutin. Nach dem stationären Aufenthalt sind vor allem sanfte, fließende und rhythmische Bewegungen ideal: Schwimmen, Wandern, Tanzen, Aerobic, Tai-Chi, Yoga oder Pilates.

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Sanfte, fließende Bewegungen sind für Brustkrebs-Patientinnen ideal. Yoga oder Tanz wirken auf den Körper und das Gemüt.

Mit dem Bewegungsangebot physicum proBalance bietet die Schwachhauser Klinik ein spezielles Programm für Menschen mit und nach einer Krebserkrankung – darunter Kurse wie ›Yoga in der Krebsnachsorge‹, ›Wassergymnastik nach der Brustoperation‹ oder ›Bewegung und Tanz für Frauen nach einer Krebserkrankung‹. Die Kursleiterinnen und -leiter sind mit den besonderen Bedürfnissen, die sich aus der Krankheit ergeben, bestens vertraut. Und auch mit den Befürchtungen: »Vielen Frauen müssen wir erst die Angst nehmen, dass sie sich nach überstandener Operation überhaupt wieder anstrengen dürfen«, berichtet Böger-Pochciol.

Kontakt

proBalance im Schulungszentrum physicum
0421-347-1653
physicum@sjs-bremen.de

Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen
Schwachhauser Heerstraße  54
28209 Bremen
www.sjs-bremen.de

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