Roboterassistierte OP
Vertrauen in moderne Chirurgie
Der Da-Vinci-Roboter, ein OP-Assistent im DIAKO Krankenhaus Bremen, ermöglicht präzise chirurgische Eingriffe bei komplexen Unterleibserkrankungen und damit auch schnellere Heilungsprozesse – das ist für ältere Patient:innen besonders wichtig.


Noch vor einem Jahr hätte Jutta Eisenblätter nie daran gedacht, sich einmal einer roboterassistierten Operation zu unterziehen. Heute, einige Wochen nach einem entsprechenden Eingriff im Unterbauch durch Professor Dr. Emile Rijcken, Chefarzt der Chirurgischen Klinik im DIAKO, und seinem Team, ist sie jedoch überzeugt: »Ich würde das jederzeit wieder machen lassen.«
Doch zunächst zum Ausgangspunkt für den Eingriff. Monate voller Unsicherheit mit anhaltenden Unterbauchschmerzen sowie zahlreiche gastrologische, urologische und gynäkologische Untersuchungen ohne klares Ergebnis liegen bereits hinter der Patientin – alle bisher ohne klares Ergebnis. Schließlich bringt eine Computertomografie Gewissheit: Im Unterbauch findet sich ein großer chronischer Abszess, ausgelöst durch eine perforierte Sigma-Divertikulitis1. Die Entzündung macht eine Operation unumgänglich. »Rund 30 bis 40 Zentimeter des Darms mussten vorsorglich entfernt werden. Die Situation war komplex, auch aufgrund des Alters der Patientin.«
Jutta Eisenblätter erhält zunächst hochwirksame Antibiotika, um die Entzündung einzudämmen. »Schon da habe ich mich im DIAKO sehr gut aufgehoben gefühlt. Alle waren unglaublich zuvorkommend und haben darauf geachtet, dass ich alles bekomme, was ich brauche, ich alle Fragen loswerden konnte«, sagt sie. Für den operativen Eingriff schlägt der Spezialist den Einsatz des Da-Vinci-Systems für roboterassistierte Operationen vor – Rijcken bringt langjährige Erfahrung mit diesem System vom Universitätsklinikum Münster mit. Für Frau Eisenblätter ist diese Technik Neuland. »Ich hatte keine Ahnung, was das genau ist. Der Professor hat mir aber alles ganz ruhig erklärt, auch die herkömmliche Schlüsselloch-Methode und die mit dem großen Bauchschnitt. Da habe ich gesagt: Machen Sie das ruhig mit dem Roboter.«
»Die Da-Vinci-Technologie ermöglicht uns extrem präzises Arbeiten, besonders im engen Beckenraum«, erklärt der Spezialist. »Der Eingriff hätte auch herkömmlich minimalinvasiv erfolgen können, doch hier ist deutlich häufiger ein Umstieg auf einen offenen Schnitt erforderlich, wenn bedingt durch den Abszess sehr starke Verwachsungen vorliegen. Bei Frau Eisenblätter konnten wir mit dem Roboter alle kritischen Gewebestrukturen sehr genau erkennen – und das ohne schädliche Röntgenstrahlung.«
Die Operation dauert einige Stunden. Mittels der roboterassistierten Technik werden überwiegend kleine Schnitte gesetzt, lediglich für die Entfernung des kranken Darmabschnittes mit dem Abszess ist ein etwas größerer Zugang von etwa acht Zentimetern notwendig. »Die Patientin konnte direkt nach der Operation aufstehen und bereits nach wenigen Tagen entlassen werden«, so Professor Dr. Emile Rijcken. »Gerade bei komplexen Eingriffen und bei älteren Patientinnen und Patienten ist es entscheidend, Vertrauen aufzubauen. Wir nehmen uns bewusst Zeit, um alle Schritte verständlich zu erklären und gemeinsam zu entscheiden, welcher Weg der Beste ist.«
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Eine Sigma-Divertikulitis ist eine entzündliche Erkrankung von Ausstülpungen im unteren Dickdarm (Sigma). ↩︎
Kontakt
Professor Dr. Emile Rijcken FEBS
Chefarzt der Klinik für Chirurgie
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DIAKO Krankenhaus Bremen
Gröpelinger Heerstraße 406–408
28239 Bremen
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