Glaukom-Diagnose
Schleichende Gefahr fürs Augenlicht
Wird ein Glaukom früh erkannt und individuell behandelt, lässt sich die Sehfähigkeit oft langfristig erhalten. Moderne Untersuchungen im St. Joseph-Stift machen das möglich.

2. Blockierter Abflusskanal führt zu Flüssigkeitsansammlung
3. Erhöhter Augeninnendruck
4. Beschädigung des Sehnervs

»Unter dem Begriff Glaukom versteht man eine Gruppe chronischer Augenerkrankungen, bei denen der Sehnerv fortschreitend geschädigt wird. Anfangs gehen vor allem die äußeren Gesichtsfeldbereiche verloren. Da das Gehirn diese Ausfälle lange ausgleicht, treten spürbare Sehverluste erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Dann ist die Schädigung des Sehnervs meist schon nicht mehr umkehrbar. Deshalb nennen wir das Glaukom auch den ›stillen Dieb des Sehvermögens‹«, erläutert Dr. Ahmed Medra, Chefarzt der Augenklinik im St. Joseph-Stift. Das tückische Krankheitsbild zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen einer Erblindung – allein in Deutschland sind knapp eine Million Menschen von der chronischen Erkrankung betroffen.
Zu den größten Risikofaktoren für Glaukom zählen erhöhter Augeninnendruck, ein höheres Lebensalter, familiäre Vorbelastung und starke Kurzsichtigkeit sowie Durchblutungsstörungen. Der Augeninnendruck ist hier der wichtigste beeinflussbare Faktor. Ist der Sehnerv besonders empfindlich, kann ein Glaukom jedoch auch bei normalen Augendruckwerten entstehen.
Dank der modernen augenärztlichen Untersuchungstechnik lässt sich ein Glaukom inzwischen auch in frühen Stadien diagnostizieren. Dafür ist – neben der Messung des Augeninnendrucks – die Beurteilung der Sehnerven wichtig. Erst die Ergebnisse aus Verlaufskontrollen in Kombination mit Gesichtsfeld- und Nervenfaser-Untersuchungen ermöglichen es, den Entwicklungsstand der Erkrankung verlässlich einzuschätzen.

»Die einmal verlorene Sehfähigkeit kann operativ nicht wiederhergestellt werden«, so Medra. »Deshalb ist der grundsätzliche Therapieansatz hier, das noch bestehende Sehvermögen zu erhalten und eine drohende Erblindung zu verhindern, also das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder zu stoppen.« Dies geschieht zunächst meist in Form von Tropfen zur Senkung des Augeninnendrucks. Ergänzend oder alternativ können Laserbehandlungen eingesetzt werden. »In frühen Stadien mit unkontrolliertem Augeninnendruck oder bei Tropfenunverträglichkeit eignen sich mikroinvasive Verfahren, die den Augeninnendruck effektiv und risikoarm senken«, erläutert der Spezialist das klinische Behandlungsspektrum. »Doch auch im fortgeschrittenen Stadium haben wir neben den klassischen Operationsverfahren inzwischen die Möglichkeit, mit neuartigen minimalinvasiven Techniken erfolgreich zu behandeln.«
Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lässt sich das Sehvermögen erhalten. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle ab dem 40. Lebensjahr wichtig, insbesondere bei Risikopatient:innen. Chefarzt Dr. Ahmed Medra dazu: »Bei einer Erkrankung an Glaukom sind eine langfristige Betreuung, regelmäßige ärztliche Kontrollen und gegebenenfalls Therapieanpassungen unabdingbar. Nur so kann es gelingen, das Fortschreiten der Erkrankung dauerhaft zu kontrollieren, schwere Sehverluste und Erblindung zu vermeiden.«
Kontakt
Dr. Ahmed Medra
Chefarzt der Augenklinik
0421 347-1402
augenklinik@sjs-bremen.de
Krankenhaus St. Joseph-Stift
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
sjs-bremen.de
facebook.com/stjosephstift
instagram.com/stjosephstift