Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Fachpflegerin für Sturzprophylaxe

»Sturzprävention ist für jeden möglich«

Gesundheits- und Krankenpflegerin Ines Karakaya ist eine von zwei Expertinnen für Sturzprophylaxe in der Rolank-Klinik. Im Interview erläutert sie, was sich hinter dem Begriff verbirgt und warum diese Arbeit wichtig ist.

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Im Gespräch mit dem Patienten analysiert Gesundheits-­ und Krankenpflegerin Ines Karakaya die aktuelle Ausgangssituation für präventive Maßnahmen.
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»Im Alter kann die Angst vor einem Sturz zur Weigerung führen, sich zu bewegen.«

Gesundheit:Bremen: Was steckt hinter dem Begriff Sturzprophylaxe?
Ines Karakaya: Die Sturzprophylaxe bündelt Maßnahmen zur Vorbeugung und Vermeidung von Stürzen. Dafür analysieren wir mittels eines Fragebogens die konkrete Situation jedes Patienten, der in der Roland-Klinik stationär aufgenommen wird. Wir schauen auf die Mobilität des jeweiligen Menschen und bieten individuell die Nutzung von Hilfsmitteln an wie Rollator oder Gehhilfe. Wichtig ist auch eine Prüfung der Medikamentenliste bzw. -einnahme, um mögliche Risiken zu erkennen und zu vermeiden. Nicht zuletzt sprechen wir über das direkte Umfeld, weisen auf mögliche Gefahren hin – etwa rutschige Böden, Teppichkanten, frei liegende Kabel oder Hindernisse wie Möbel oder Pflanzen.

Betreffen diese Hinweise nur Menschen ab einem bestimmten Alter?
Sturzprophylaxe geht alle stationären Patienten an, denn gerade nach einer OP oder einer Narkose kann auch für jüngere Menschen ein höheres Sturzrisiko bestehen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit des Menschen ab, was zu Stürzen führen kann. Wenn körperliche sowie geistige Einschränkungen oder Erkrankungen hinzukommen, können beispielsweise bereits der Toilettengang oder das Ein- und Aussteigen aus dem Bett gefährlich werden. Deswegen führen wir mit unseren stationären Patienten mehrmals Sturzrisikoeinschätzungen durch: bei der Aufnahme, nach der Operation und vor der Entlassung.

Welche Voraussetzungen gelten für die Ausbildung zur Sturzprophylaxe-Expertin? Voraussetzung ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft. Mit dem erfolgreich abgeschlossenen Examen kann sich jede Fachkraft zusätzlich im Bereich ›Sturzprävention in der Pflege und Betreuung‹ qualifizieren.

Warum ist Sturzprophylaxe wichtig?
Stürze können schwerwiegende Folgen haben und zählen zu den häufigsten Ursachen für die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen. Im Alter kann die Angst vor einem Sturz zur Weigerung führen, sich überhaupt zu bewegen. Genau das ist aber falsch. Viel wichtiger ist es, Stürzen vorzubeugen und beweglich zu bleiben.

Das Gespräch führte Tine Klier

Kontakt

Jens Bergmann
Pflegedirektion
0421 8778-400
jbergmann@roland-klinik.de

Roland-Klinik
Niedersachsendamm 72/74
28201 Bremen
www.roland-klinik.de

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