Kolorektales Karzinom
Drei Therapien für Darmerhalt
Bei Enddarmkrebs ermöglichen im DIAKO neue Therapiestrategien in ausgewählten Fällen den Verzicht auf eine große Operation – dank enger interdisziplinärer Zusammenarbeit.

1. Dünndarm
2. Dickdarm
3. Blinddarm
4. Tumor
5. Enddarm

Die Sorge vor einer großen Operation und einer kompletten Veränderung der Lebenssituation ist bei der Diagnose Enddarmkrebs besonders groß. Doch auch wenn die operative Entfernung des Tumors nach wie vor meist die beste Option bleibt, kann inzwischen dank moderner Behandlungsmöglichkeiten immer häufiger nicht nur der Schließmuskel, sondern sogar der Enddarm selbst erhalten werden – ohne Abstriche bei der Sicherheit der Krebsbehandlung.
Jedes Krankheitsbild ist ein Einzelfall. Entscheidend ist zunächst eine umfassende Diagnostik. Nach einem Erstbefund folgen weitere Untersuchungen. Mittels Ultraschall, Computertomografie/Magnetresonanztomografie, Endosonografie, Blut- und Tumormarkeruntersuchung wird herausgefunden, wie tief der Tumor in die Darmwand eingewachsen ist und ob er gestreut hat. Zusätzlich werden Proben im Labor genetisch analysiert, um Hinweise auf geeignete Therapien, wie die Immuntherapie, zu erhalten.
Für die individuelle Behandlung arbeiten im zertifizierten Darmkrebszentrum des DIAKO die Teams der Klinik für Chirurgie, der Klinik für Hämatologie und der Klinik für Gastroenterologie fachübergreifend eng zusammen.

Drei mögliche Behandlungsszenarien bei Enddarmkrebs:
1. Entfernung über den After
Ist der Krebs noch nicht tief in die Darmwand eingewachsen und besteht praktisch kein Risiko für einen Lymphknotenbefall, kann der Tumor häufig komplett endoskopisch oder chirurgisch über den After entfernt werden – der Enddarm bleibt vollständig erhalten. Voraussetzungen dafür sind eine exakte Diagnostik und viel Erfahrung des behandelnden Teams.
2. Immuntherapie
Bei Tumoren mit einer besonderen biologischen Eigenschaft, der sogenannten Mikrosatelliteninstabilität, ist das zelluläre Reparatursystem genetisch defekt. In diesen Fällen hilft häufig eine moderne Immuntherapie. Mit speziellen Medikamenten kann der Tumor vollständig verschwinden, sodass eine Operation gar nicht mehr notwendig wird. Anschließend werden die Patient:innen eng begleitet, das Tumorverhalten kontinuierlich kontrolliert.
3. Kombi-Therapie
Auch bei fortgeschrittenen Tumoren hat sich die Behandlung weiterentwickelt. Bei bestimmten Risikokonstellationen kommt die totale neoadjuvante Therapie zum Einsatz: Hierbei werden vor einer möglichen Operation Bestrahlung und Chemotherapie kombiniert, um den Tumor zurückzudrängen und die Heilungschancen zu verbessern.

Bei etwa einem Drittel der Patient:innen ist der Tumor danach in Endoskopie und Magnetresonanztomografie nicht mehr nachweisbar. Dann kann zunächst auf eine Operation verzichtet werden und stattdessen eine engmaschige Überwachung (Watch-and-Wait) erfolgen. Kehrt der Tumor nicht zurück, bleibt der Enddarm erhalten; tritt er später doch wieder auf, kann meist erfolgreich operiert werden.
Kontakt
Professor Dr. Emile Rijcken FEBS
Chefarzt der Klinik für Chirurgie
0421 6102-1101
chirurgie@diako-bremen.de
Dr. Christoph Grotjahn
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie
0421 6102-1401
innere@diako-bremen.de
Dr. Michael Heinsch
Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie
0421 6102-1481
onkologie@diako-bremen.de
DIAKO Krankenhaus Bremen
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