Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Sigmakarzinom

15 Jahre tumorfrei

18 Jahre ist die Erstdiagnose Darmkrebs bei Horst Jürgens her. Bis zur vollständigen Krebsfreiheit waren es fordernde Jahre. Noch heute ist er dankbar für die intensive Begleitung des interdisziplinären Teams im Darmkrebszentrum des St. Joseph-Stifts.

Silvia Rievers

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Professor Dr. Wolfgang Sendt freut sich, wenn sein immer noch rüstiger ehemaliger Patient ihn in der Klinik besucht.

Statistisch gesehen erkrankt einer von fünfzehn Männern in Deutschland im Laufe seines Lebens an Darmkrebs. Horst Jürgens hätte nicht geglaubt, dass es ihn treffen könnte. Gesunder Lebensstil mit viel Sport, kein Übergewicht – und dennoch plagen den damals 68-Jährigen 2007 immer wieder Unterleibsschmerzen. Sein Hausarzt veranlasst schließlich eine Darmspiegelung. Die Diagnose: ›Sigmakarzinom‹, ein bösartiger Tumor in einem Dickdarmabschnitt. Eine Überweisung ins St. Joseph-Stift folgt umgehend. Jürgens erste Frage an Professor Dr. Wolfgang Sendt, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie: »Brauche ich einen künstlichen Darmausgang?« Dies kann Sendt verneinen. Aber die Bildgebung zeigt, dass sich neben dem Tumor im Dickdarm auch drei Metastasen in der Leber gebildet haben.

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Professor Dr. Felix Diekmann, Chefarzt des Instituts für Radiologische Diagnostik

Nach der erfolgreichen Darmoperation muss sich Jürgens zunächst einer Chemotherapie unterziehen. »Mörderisch war das«, erinnert er sich an Schwindel und schlimme Übelkeit – viele Kilos verliert er damals. Anschließend werden die Metastasen operativ entfernt und es folgen weitere Zyklen Chemotherapie. »Meine Lebensgefährtin hat mich damals zum Glück schnell wieder aufgepäppelt«, erinnert sich Jürgens.

Nur ein Jahr später findet sich in der engmaschigen Nachsorge erneut eine Lebermetastase. Professor Sendt erklärt: »Diese Metastase wurde Computertomografiegestützt mittels Thermoablation behandelt. Das bedeutet, dass die Metastase nicht aus der Leber entfernt, sondern mithilfe von Hitze zerstört wird.«

Zwei Jahre bleibt der Senior danach tumorfrei. Er spielt wieder Fußball bei den Altherren vom TUS Schwachhausen und genießt seine Parzelle – bis in der Nachsorge erneut eine Lebermetastase auftritt. Sendt entscheidet sich zusammen mit seinem Patienten für die operative Entfernung der linken Leberhälfte. Auch diese Operation übersteht Jürgens mit Bravour.

In der Folge muss er weiter regelmäßig zur Tumornachsorge. Erst vierteljährlich, dann halbjährlich steht der ›Besuch‹ im Institut für Radiologische Diagnostik bei Professor Dr. Felix Diekmann an. Immer verbunden mit der Unsicherheit, ob noch einmal ein Tumor auftritt. Bis Sommer letzten Jahres. »Da sagte mir der Professor, dass ich nach 15 Jahren frei vom Krebs jetzt nicht mehr kommen brauche.« Das hält den fitten 86-Jährigen aber nicht davon ab, auch künftig einmal im Jahr im Darmkrebszentrum bei Professor Sendt für einen kleinen Schnack vorbeizukommen: »Der Mann hat mir schließlich das Leben gerettet.« Das zertifizierte Darmkrebszentrum im St. Joseph-Stift Bremen zählt heute zu den elf größten Zentren in Deutschland. Es wurde ab 2004 in interdisziplinärer Zusammenarbeit aufgebaut und durch intensive Forschungsarbeit und Qualitätssicherung medizinisch stetig weiterentwickelt.

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Darmkrebs

Darmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen. Zwar sind in den letzten Jahren in Deutschland immer weniger Menschen daran erkrankt, dennoch erhalten laut Robert Koch-Institut jedes Jahr rund 55.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs, davon etwa 30.000 Männer und 25.000 Frauen. Früherkennung ist für eine erfolgreiche Behandlung und die damit verbundenen Heilungschancen das A und O.

Kontakt

Professor Dr. Wolfgang Sendt
Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Termin für eine Indikationssprechstunde unter
0421 347-1258

Professor Dr. Felix Diekmann
Chefarzt des Instituts für Radiologische Diagnostik
0421 347-1552
fdiekmann@sjs-bremen.de

Krankenhaus St. Joseph-Stift
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
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