Chronische Krebserkrankung
Neue Perspektiven
Wie moderne Medizin das Leben mit einer Krebserkrankung positiv verändern kann. Neben individueller Behandlung finden Betroffene im DIAKO Krankenhaus Bremen Austausch und Unterstützung.

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt eine Krebsdiagnose häufig als akute, zeitlich begrenzte Erkrankung mit klaren Perspektiven: Heilung oder Fortschreiten der Krankheit. Heute hat sich dieses Bild grundlegend gewandelt. Dank jüngster Fortschritte in der Forschung, Früherkennung und neuen Behandlungsmethoden gelten aktuell etwa 60 Prozent aller Krebserkrankungen als heilbar. Und auch nicht heilbare können über Jahre – manchmal sogar Jahrzehnte – kontrolliert werden.
»Viele unserer Patient:innen werden heute über lange Zeiträume begleitet – nicht mehr nur über einzelne Therapiephasen hinweg«, erklärt Dr. Michael Heinsch, seit Januar Chefarzt der Hämatologie und Onkologie im DIAKO Krankenhaus Bremen. Als chronisch gelten Krebserkrankungen, die nach dem gegenwärtigen Stand der Medizin nicht heilbar sind, bei denen aber durch individuelle Therapien die Lebensdauer verlängert und die Lebensqualität verbessert werden können. »Dazu gehören beispielsweise Blutkrebsarten wie chronische Leukämie, einige Arten von Lymphdrüsenkrebs, das Multiple Myelom1 oder fortgeschrittene Formen von Brust- oder Prostatakrebs«, so der Internist und Onkologe.

Selbst bei Immunerkrankungen sind heute kontrollierte Behandlungen möglich. Moderne Medikamente steuern hier konkret die Krankheit an. »Bildlich gesprochen, kann man sich diese wie ein U-Boot vorstellen, das zielgenau zu der erkrankten Stelle im Körper vordringt und dort ausschließlich und direkt auf den Tumor einwirkt«, so Heinsch, der einen wissenschaftlichen Schwerpunkt im Bereich der Knochenkrebserkrankungen und umfassende pharmazeutische Fachkenntnisse mitbringt. »Diese medikamentösen Therapieformen sind deutlich besser verträglich. Und sie können meist ambulant durchgeführt werden, was in Verbindung mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen den Lebensalltag der Betroffenen erheblich erleichtert.«
Allerdings bringt eine chronische Krebserkrankung auch viele Herausforderungen mit sich: Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und vor allem psychische Belastungen können das Leben beeinflussen. Zum Beispiel, wenn eine Chemotherapie mit möglichen Nebenwirkungen in den Alltag integriert werden muss. Susanne Lucke ist eine von drei Psychologinnen im DIAKO mit psychoonkologischer Fortbildung, die im Team mit den behandelnden Ärzt:innen, dem Sozialdienst und der Seelsorge die Patient:innen je nach Krankheitsbild und persönlicher Lebenssituation ganz individuell begleiten. »Was uns in der psychosozialen Unterstützung besonders auszeichnet, ist der enge, jahrelang gewachsene Austausch mit allen beteiligten Fachdisziplinen. Dadurch können wir den Patient:innen genau die Unterstützung anbieten, die sie akut sowie perspektivisch benötigen«, so Lucke. »Darüber hinaus arbeiten wir mit der Bremer Krebsgesellschaft und der Krebsberatungsstelle IGEL e.V. im Landkreis Diepholz zusammen.«
»Krebs ist für viele Menschen heute kein kurzer Abschnitt mehr, sondern ein längerer Lebensweg«, so Dr. Heinsch. »Unsere Aufgabe ist es, diesen Weg medizinisch kompetent und menschlich zugewandt zu begleiten.«
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Onko-Café
Ab Sommer 2026 finden im Gebäude der DIAKO Gesundheitsimpulse regelmäßig Veranstaltungen zu Themen des Lebens mit einer chronischen Krebserkrankung statt. Im September gibt es praktische Tipps rund um den Haarersatz, unterstützt durch die Onko-Psychologinnen des DIAKO. Im Oktober lädt das Team des Onko-Cafés zum Pink-Power-Nachmittag ein. Infos: diakobremen.de/diako-gesundheitsimpulse
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Das Multiple Myelom ist eine seltene, bösartige Krebserkrankung, bei der sich entartete Plasmazellen unkontrolliert im Knochenmark vermehren. ↩︎
Kontakt
Dr. Michael Heinsch
Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie
0421 6102-1481
onkologie@diako-bremen.de
DIAKO Krankenhaus Bremen
Gröpelinger Heerstraße 406–408
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